Back 2 Back, Baby!


Die Konstanzer Basketballer haben ihre Dominanz der vergangenen 2 Jahre im Baden-Württembergischen U20 Jugendbasketball noch einmal untermauert. Mit nur zwei Niederlagen in zwei aufeinanderfolgenden Spielzeiten verteidigte der erfolgreichste Jahrgang der TVK-Vereinsgeschichte in Stuttgart die Baden-Württembergische Meisterschaft, nachdem ein großteil der Spieler bereits an den Aufstiegen der 1. und 2. Herrenmannschaft beteiligt war.
Die U20 gewann am Sonntag zwei entscheidende Spiele und verteidigte somit in der Stuttgarter Kepplerhalle die Baden-Württembergische Meisterschaft. Nachdem in der ersten Partie TV Staufen mit 73 – 46 deutlich geschlagen wurde, setzte sich das Team von Domagoj Buljan und Hannes Burger im Finale gegen Rot-Weiß Stuttgart mit 101 – 99 knapp durch.
Dabei fing die erste Begegnung schlecht für unsere Mannschaft an: Der Gegner ging zunächst in Führung; hinzu kam, dass sich mit Ingo Deifel der etatmäßige Center der Konstanzer verletzte und nicht nur in dieser Partie ausfiel, sondern auch im Finale fehlte. Auch ohne den größten Spieler hat es der TVK geschafft, das Ergebnis zu drehen und gewann das erste Viertel mit 13 – 12. In den ersten sechs Minuten des zweiten Spielabschnitts gelang den Konstanzern ein 16 – 1-Run, so dass sie mit einem sicheren Vorsprung in die Halbzeitpause gingen. In der zweiten Hälfte war unseres Team auch überlegen und gewann die Partie letztendlich mit 27 Zählern. Einen großen Beitrag zum Erfolg leisteten dabei zwei U18-Spieler. Sandro Heberlein arbeitete hart am Brett und holte viele Rebounds; Kevin Kohnke überzeugte durch seine Treffsicherheit jenseits der Dreierlinie.
Im Finale traten die jungen Konstanzer gegen Rot-Weiß Stuttgart an. Der Gegner war bestens bekannt: Die Mannschaften trafen in der Saison drei Mal aufeinander, wobei die Stuttgarter zwei Begegnungen für sich entscheiden konnten. Auch am Anfang des vierten Spiels hatten die Gastgeber, die mit einem 6 – 0-Run starteten, die Nase knapp vorne. Die Konstanzer schlugen jedoch zurück und es entwickelte sich eine ausgeglichene, intensive Partie; beide Mannschaften spielen auf Augenhöhe. Obwohl die Stuttgarter körperlich überlegen waren und die Konstanzer Trainer notgedrungen eine kleine Aufstellung aufs Feld schicken mussten, hielt der TVK dagegen. Vor allem Amadeus Stickl setzte sich im Reboundkampf durch und beherrschte zeitweise die Bretter. Nur in der ersten Halbzeit holte er fünf Offensivrebounds.
Der zweite Spielabschnitt ähnelte dem ersten: Keine der beiden Mannschaften konnte sich richtig absetzten. Den Gastgebern gelang am Anfang ein erneuter 6 – 0-Run, auf den aber die Konstanzer eine Antwort fanden. In dieser Phase lief Marko Andricevic heiß, übernahm viel Verantwortung und erzielte innerhalb kürzester Zeit sieben Punkte. Die Teams lieferten sich einen offenen Schlagabtausch und versuchten sehr früh, den Angriff des Gegners zu stören. Ben Dornemann, der mit 22 Zählern Topscorer wurde, und Lukas Kopp gelang es immer wieder, dem gegnerischen Aufbau den Ball zu klauen, wodurch der TVK einfache Punkte im Fastbreak erzielen konnte. Zwei Fehler der Konstanzer führten aber dazu, dass Rot-Weiß Stuttgart in den letzten 30 Sekunden den Vorsprung auf sieben Zähler erhöhen konnte.
Der amtierende Meister wollte sich jedoch keinesfalls geschlagen geben und kam hochkonzentriert aus der Kabine. Punkt um Punkt kämpfte sich der TVK dank harter Verteidigung und variabler Offense zurück. Lautstark unterstützt hat die Mannschaft das U16-Team, das kurz vor der Pause in die Halle kam. Als Livio Häberli einen Dreier einnetzte, dabei gefoult wurde und auch den Freiwurf sicher verwandelte, war der Jubel groß: Die Konstanzer gingen nach langer Zeit wieder in Führung. Nach dem dritten Viertel lag der TVK zwar mit einem Punkt zurück, die Partie war aber wieder offen. Für die Highlights sorgten vor allem Livio und Laurence Raschka, die jeweils mit einem Monsterblock die Gastgeber stoppen konnten.
Im letzten Spielabschnitt lief zunächst Laurence heiß und erzielte sechs Punkte in Folge. Die anderen zogen nach, so dass der Vorsprung der Konstanzer auf zehn Punkte wuchs. Das Team ließ sich auch dann nicht aus der Ruhe bringen, als Marcel Heberlein, der zuvor nicht nur punktete, sondern seine Mitspieler klug in Szene setzte, mit dem fünften Foul das Spielfeld frühzeitig verlassen musste. Auch die Müdigkeit konnte die junge Mannschaft nicht stoppen: Als mehrere Spieler wegen Krämpfe außerhalb des Feldes behandelt wurden, sorgte Freddy Götz für die nötige Entlastung, indem er in der Verteidigung ackerte und wichtige Rebounds holte. In den letzten zwei Minuten war die Spannung in der Halle groß: Die Gastgeber zeigten, dass sie nicht zu Unrecht im Finale standen; der Konstanzer Vorsprung schmolz, die Zuschauer wurden immer lauter. Als die Stuttgarter taktisch foulten, um den TVK an die Freiwurflinie zu schicken, behielt Lukas Kopp starke Nerven: Der Kapitän verwandelte in der Crunch-Time ganz ruhig sieben der acht Freiwürfe. Nachdem der letzte Wurf der Stuttgarter wenige Sekunden vor Schluss den Korb verfehlt und keine der Mannschaften sich einen Rebound gesichert hatte, war das Ziel erreicht: Der U20 gelang ein Repeat.
Nach dem Schlusspfiff war der Jubel grenzlos: Die Spieler fielen sich in die Arme und feierten mit den Fans. Die Mannschaft fuhr nicht nur mit einem Pokal für den Baden-Württembergischen Meister nach Hause, sondern auch ein Korbnetz aus der Kepplersporthalle wurde nicht verschont und reiste mit dem Team in Richtung Bodensee.
Gegen TV Staufen spielten: Livio Häberli (5 Punkte), Marko Andricevic (12/2 Dreier), Laurence Raschka (11/1), Ben Dornemann (7/1), Freddy Götz, Marcel Heberlein (15/4), Lukas Kopp (5/1), Sandro Heberlein (4), Amadeus Stickl (4), Kevin Kohnke (8/2), Ingo Deifel (2)
Rot-Weiß Stuttgart besiegten: Livio (14/1), Marko (10/2), Laurence (20/1), Ben (22/2), Freddy, Marcel (15/1), Lukas (11), Sandro, Amadeus (9), Kevin, Ingo



